Familiengeschichte
Zur Startseite
  • Die neue Molkerei an der Münsterstraße
  • Die alte Molkerei an der Beerlager Straße
  • Josef Suwelack sen.
  • Die alte Molkerei 1884-1898
  • Briefkopf 1911
  • Prospekt der Nährmittelfabrik 1924
  • Prospekt der Nährmittelfabrik 1924
  • Molkerei an der Münsterstraße
  • Prospekt der Nährmittelfabrik um 1920
Josef Suwelack sen.

Die Molkerei Billerbeck

Im September 1884 gründete Joseph Suwelack die Molkerei Billerbeck als Aktienunternehmen gemeinsam mit 55 Landwirten aus der näheren und weiteren Umgebung von Billerbeck.

In den ersten zehn Jahren gab es schwierige Zeiten, die aber den weiteren Ausbau nicht verhinderten. Die positive Entwicklung der Molkerei lässt sich z.B. an der Anzahl der Milchlieferanten ablesen, die von 157 im Jahre 1885 auf 1151 im Jahre 1908 stieg. Die angelieferte Milchmenge kam aus einem Umkreis von 16 km und wuchs von 71 490 auf 6 502 125 Liter. Das 25jährige Jubiläum der Billerbecker Molkerei im Jahre 1909 war daher Anlass, die erfolgreiche Arbeit in einer Festschrift durch Richard Suwelack umfassend und kenntnisreich darzustellen.

Zahlreiche Nebenbetriebe wurden der Molkerei angegliedert: Trockenmilchwerke, eine Mühlenanlage, Getreide-, Kraftfutter- und Düngemittelverkauf, eine Obstverwertungsanlage und Eierverkauf. Im Schweinemastbetrieb wurden die Molke und andere Restprodukte verwertet. Katja Rösler erarbeitete in ihrer Masterarbeit die Erfolgsgeschichte der Molkerei bis 1909.

1910 wurde die Nährmittelfabrik GmbH gegründet, in der weitere Geschäftsfelder entstanden. Die Molkerei war daran mit 50%, Joseph und Richard Suwelack mit je 25% beteiligt. Hergestellt wurden vor allem Gebäck, Waffeln, Keks, Spekulatius – mit anderen Produkten hatte man weniger Erfolg. Absatzschwierigkeiten nach dem Krieg und die Inflation 1923 führten die Nährmittelfabrik 1924 in die Insolvenz. Die Molkerei selbst überstand die Krise unter großen finanziellen Opfern. Joseph Suwelack – inzwischen 74 Jahre alt – und sein Sohn Richard schieden 1924 aus der Geschäftsführung der Molkerei aus.

Der Billerbeck Anzeiger berichtete am 3. Oktober 1924:
“In der letzten Versammlung der Aktionäre der Dampfmolkerei Billerbeck am 30. September ist der Beschluss gefasst worden, den Molkereibetrieb vorläufig auf fünf Jahre zu verpachten. Die jetzt herrschenden wirtschaftlichen Verhältnisse, die ein Weiterführen des Molkereibetriebes auf bisheriger Grundlage unrentabel machten, gaben zu dieser Verpachtung Veranlassung. Der Geschäftsführer der Gelsenkirchener Milchhändlergenossenschaft, Herr Karl Henn, ist der Pächter. Er habe, wie uns mitgeteilt wird, lange Jahre mit der Dampfmolkerei in Geschäftsverbindung gestanden und sei ein tüchtiger Fachmann. Mit dem 15. Oktober dieses Jahres übernimmt Herr Karl Henn den Molkereibetrieb. Die Zahlung der Milchgelder erfolgt 14 täglich am 20. und 5. jeden Monats. Herr Schräder, der bislang den Verkehr mit den Milchlieferanten getätigt hat, bleibt nach wie vor in gleicher Weise tätig. Die anderen Betriebszweige, wie Schweinemast und der Handel mit Kraftfutter-und Kunstdüngerartikeln usw. wird von der Dampfmolkerei wie bisher weitergeführt und noch weiter ausgebaut.”

Im Jahre 1934 beging die Molkerei ihr 50jähriges Bestehen. Auch dazu erschien eine Festschrift, die Carl Knüppel verfasste. Am 19.03.1962 wurde die Molkerei aufgelöst. Auf der Generalversammlung am 23.03.1964 wurde in einem Schlussbericht ein Überblick über die Geschichte der Molkerei und die vielfältigen Ursachen für ihre endgültige Liquidierung gegeben .

E. Ronneberg, Kiel,
Molkerei-Zeitung [1909], Nr. 33, Seite 927 f., Der Werdegang eines Molkerei-Großbetriebes in Westfalen.
Katja Rösler, Hamburg, 2012
“Die Sammel-Molkerei in Billerbeck im Kontext kleinstädtischer Entwicklung und Agrarmodernisierung um 1900”
Die Masterarbeit erhielt den Jodocus-Hermann-Nünning-Preis 2013.

Zum Seitenanfang

Sie verwenden einen alten Browser, welcher diese Seite nicht richtig anzeigen kann.
Bitte aktualisieren Sie Ihren Browser!